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Kurzgesagt

  • »Politik der Form« von Carlos Spoerhase,

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    wohlgemerkt schon 2017 im Merkur erschienen. Er ordnet dort Didier Eribon, Edouard Louis und J. D. Vance einer solchen Form der Autosoziobiografie zu, die eine individuelle Erfahrung in explizite Verbindungen zur Theorie setzt, darin gegenseitige Befruchtung findet und sich (ein wenig) schützt und auszeichnet über den uneinholbaren Erkenntnisvorteil der eigenen Erfahrung.

    Spoerhase und bespricht dies unter anderem im Zuge von bildungs- und sozialtheoretischen Autor:innen und dem Konzept der „Transclasses“ (klassengrenzenüberschreitende Personen) von Chantal Jaquet (die ich nicht kannte aber ggf. mal kennenlernen mag).

    M. E. schlägt die Kritik dort in eine ähnliche Kerbe wie mein Fazit des aktuellen Vortrags an der Uni. Gerade im Bezug auf die (so sehr) individuell basierte Erzählform bei zugleich explizitem Anspruch auf Neufassungen von bzw. Erkenntnisgewinnen in Theorie, nicht nur theoretischer Rahmung.

    Es passt sicher nicht alles mehr alles ganz auf heute, der Artikel hat auch Alter. Und in diesem Sinne auch die klare non-mention von »Rückkehr nach Reims«, in Eribons Fall. Und da scheint mir – bisher nur nach dem kürzlichen Frankfurter Gespräch und einigen Reviews – sein neues Buch Dinge auch noch einmal anders zu machen. Das ist jetzt mal in meiner Leseliste weiter nach oben gerutscht.